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JAPANISCHES UND DÄNISCHES DESIGN:
SEIT JAHRHUNDERTEN MITEINANDER VERBUNDEN

Es gibt zahlreiche Affinitäten zwischen japanischem und dänischem Design. Beide Nationen hegen eine Vorliebe für klare Linien, natürliche Materialien und elegante Schlichtheit. Heute ist Einrichtung im Japandi-Stil zu einem fest verankerten Wohntrend geworden, der für minimalistische Räume mit einem besonderen Gefühl der Ruhe und Harmonie sorgt. Aber warum sind die beiden Designtraditionen so eng miteinander verbunden? Ein Teil der Erklärung stammt aus den 1850er Jahren.

DIE 1850ER JAHRE:
DER FASZINATION, JAPANISCHES DESIGN ZU ENTDECKEN

Während Japan im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert zunächst mit den Portugiesen und danach mit den Niederländern Handel getrieben hatte, hielt sich das Land lange bewusst von der Außenwelt isoliert. Erst in den 1850er Jahren wurde der internationale Handel wieder aufgenommen. Japanische Kunst und japanisches Handwerk konnten nun in großen Mengen nach Europa und in die USA importiert werden. Hier bot sich eine völlig neue Ästhetik, die nicht mit der westlichen Tradition verbunden war, und die Wirkung auf das westliche Publikum war pure Faszination. 

Die Leute standen Schlange, um japanische Drucke, Keramiken und Lackwaren zu kaufen, die auf Verkaufsausstellungen präsentiert wurden. Die großen Kaufhäuser richteten separate Abteilungen ein, die sich japanischer Kunst und japanischem Design widmeten. Alles, was aus Japan kam, war topmodern. Der Trend wurde in Frankreich Japonismus genannt. Hier nahm er starken Einfluss auf die Entstehung der Art Nouveau-Bewegung.

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Die Leute standen Schlange, um japanische Drucke, Keramiken und Lackwaren zu kaufen, die auf Verkaufsausstellungen präsentiert wurden. Die großen Kaufhäuser richteten separate Abteilungen ein, die sich japanischer Kunst und japanischem Design widmeten.

In Dänemark weckte japanisches Design die gleiche Begeisterung wie in anderen Ländern. Die schlichte Linienführung japanischer Keramik, japanischer Lackwaren und japanischer Möbel beeinflusste nachhaltig den Stil von Designern und Architekten und prägte maßgeblich den sogenannten Skønvirke-Stil in Dänemark. Es handelt sich hierbei um eine dänische Version des Art Nouveau bzw. Arts and Crafts-Stils, der einfache, stilisierte Linien mit direkter Inspiration aus der Natur kombinierte. Interessanterweise konzentrierte sich letzterer nun auf eine bescheidenere Flora und Fauna als vorher und beleuchtete die Schönheit zuvor übersehener natürlicher Elemente wie Insekten oder auch Unkraut. Eine Hinwendung zu einheimischen Arten markierte den Beginn eines stärkeren Fokus auf einheimische, helle Hölzer wie Buche und Eiche bei der Möbelherstellung. Hier hat die Moderne ihre Wurzeln.

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Der Japonismus beeinflusste die Art Nouveau-Bewegung erheblich, hier im Casa Batlló, Barcelona.

 

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Die Impulse aus Japan wurden mit Inspirationen der Bauhausschule vermischt.

 

DIE MODERNE UND DESIGN AUS DER MITTE DES JAHRHUNDERTS: INSPIRATION UND INNOVATION

Dänische Designer und Architekten nahmen weiterhin die Impulse auf, die sie aus Japan erhielten. Sie verarbeiteten und kombinierten sie mit dem experimentellen Design, das wir beispielsweise aus der Bauhaus-Schule kennen. Da führende dänische Designer bei Möbeln und Gebäuden zunehmend auf alle dekorativen Elemente verzichteten, gewann die Schönheit guter Handwerkskunst als tragendes Element immer mehr an Bedeutung. 

Da es keine dekorativen Elemente mehr gab, wurde exquisites Tischlerhandwerk zum Kernstück der neuen, schlichten Möbeldesigns. Schönheit stand jetzt in direkter Verbindung mit Funktionalität.

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Da führende dänische Designer bei Möbeln und Gebäuden zunehmend auf alle dekorativen Elemente verzichteten, gewann die Schönheit guter Handwerkskunst als tragendes Element immer mehr an Bedeutung. 

Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts besuchten dänische Architekten Japan, um sich inspirieren zu lassen. Dies führte dazu, dass die japanische Ästhetik über Möbel und Wohnaccessoires hinausging und direkten Einfluss auf die dänische Architektur nahm. Dieser Effekt zeigt sich in Details wie der Einführung von Schiebetüren, aber auch in breiteren Trends wie offenen Wohnbereichen und L-förmigen Häusern mit großen Fensterflächen, die den Innenraum mit dem Außenbereich verbinden. Modernistische Häuser in Dänemark verfügen außerdem oft über Elemente, die die japanische Architektur auf andere Weise widerspiegeln. Hierzu zählen subtil gestaltete Eingangspartien und Holzveranden, die sich über die gesamte Fassade erstrecken. Eine durchgängig stringente Linienführung und eine strikte Zurückweisung jeglicher überflüssiger Elemente prägen das östliche und westliche Bewusstsein gleichermaßen.

HEUTE: GEGENSEITIGER AUSTAUSCH

In den Jahren, in denen das dänische Design stark von Japan beeinflusst wurde, hat Japan auch Impulse aus der modernistischen Bewegung im Westen aufgenommen. Dies ist einer der Gründe, warum beide Nationen eine Ästhetik pflegen, die mit der jeweils anderen harmoniert. Die Stilart „Japandi“ bringt dies perfekt auf den Punkt. Der Japandi-Ansatz ist heute in der globalen Designwelt eine etablierte Stilart, die japanische und skandinavische Designs miteinander kombiniert. Von vielen als „Wabi-Sabi trifft auf Hygge“ beschrieben, kombiniert der Japandi-Stil Elemente wie Stein (typisch japanisch) und helles Holz (typisch skandinavisch) ebenso wie zwei besondere Weltanschauungen. 

In unserem eigenen kleinen Universum lieben viele Anhänger des Japandi-Stils, dass unsere Highline Custom-Abläufe den Abfluss unter Naturstein verstecken können. Mit dänischen Augen betrachtet hat der Japandi-Stil mehr dramatische Elemente als ein geradliniges dänisches Interieur – zum Beispiel greift er auf dunklere Farben als die allgegenwärtigen Weiß- und Cremetöne zurück, die typischerweise in Dänemark zu finden sind. Dekoratives Zubehör tendiert ebenfalls mehr zur skulpturalen Seite und verbindet Funktion häufig mit visueller Wirkung: riesige Tabletts aus dunkler Eiche und Schüsseln aus dunklem Speckstein, vorzugsweise antik.

Kombiniert der Japandi-Stil Elemente wie Stein (typisch japanisch) und helles Holz (typisch skandinavisch)

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Unidrain Highline Custom Abläufe, im Audo Copenhagen, verborgen unter Naturstein, verkörpern perfekt den Japandi-Stil. Einfach, subtil und raffiniert.

 

KOOPERATIONSPROJEKTE ZWISCHEN DÄNEMARK UND JAPAN

Es kann kaum überraschen, dass die natürlichen Affinitäten zwischen dänischem und japanischem Design zu vielen Kooperationen geführt haben. Ein Beispiel hierfür sind Norm Architects, die unzählige Projekte in einem stilvoll minimalistischen und dennoch jederzeit komfortablen Design entworfen haben. Bereits zuvor haben wir über das Hotel The Audo’s Headquarters-Cum-Boutique berichtet, zu dem Unidrain gerne beigetragen hat.

Das Studio in Kopenhagen hat auch verschiedene Kooperationsprojekte mit japanischen Designern und Architekten. So entwarf das Studio beispielsweise eine Möbelkollektion für Karimoku, Japans führenden Hersteller von Holzmöbeln.  Norm Architects steht nämlich hinter der allerersten der hochgelobten Karimoku Case-Kollektionen. Die Kollektion „Kinuta“ ist nach dem Anwesen benannt, für das die Serie ursprünglich entworfen wurde. Sie umfasst zwölf Stücke, die eine deutliche Verbindung zwischen dem dänischen modernistischen Erbe und japanischem Flair herstellen.

Darüber hinaus hat Norm Architects vor kurzem eine neue Publikation veröffentlicht, Stillness, bei der Bilder aus Japan mit den eigenen Werken des Studios kontrastieren. Das Buch hebt die jahrhundertealten Verbindungen zwischen diesen unterschiedlichen Designkulturen hervor und beleuchtet ihren Respekt voreinander und ihre gemeinsamen Philosophien. Weitere Informationen finden Sie unter https://gestalten.com/products/stillness-norm-architects-exploration-japanese-aesthetics-architecture-design, und dort können Sie das Buch auch kaufen.

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Das in Kopenhagen ansässige Studio Norm Architects hat die erste der renommierten Karimoku Case Kollektionen geschaffen, hier z.B. den N-CC01 Club Chair im BELLUSTAR TOKYO, einem Pan Pacific Hotel im Tokyu Kabukicho Tower.

 

DAS TAKEAWAY

Die Verbindungen zwischen dänischem und japanischem Design sind tief verwurzelt. Jede der beiden Kulturen verfolgt eine Ästhetik von Schlichtheit, Ruhe und natürlichen Materialien, die auf einer Geschichte der gegenseitigen Inspiration ab den 1850er Jahren basiert. Aus diesem Grund lassen sich japanische Antiquitäten, dänische Möbelklassiker aus der Mitte des Jahrhunderts und nagelneue Designs aus beiden Ländern nahtlos in Einrichtungsstile auf der ganzen Welt integrieren.